Autor: Thomas Außem

  • Nelio Biedermann: „Anton will bleiben“

    Die Furcht nach dem eigenen Tode vergessen zu werden ist wohl vielen von uns vertraut und genau diese Angst ist das Thema von Nelio Biedermanns einfühlsamen, leichthin erzählten und gut lesbaren Roman „Anton will bleiben„, der im Februar 2026 im Rowohlt Verlag neu aufgelegt wurde.

    Auf 220 Seiten erzählt Nelio Biedermann die Geschichte von Anton, der seit wenigen Jahren Witwer ist und nun die Diagnose erhält, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Dies weckt in ihm die Frage: Wer wird sich an ihn erinnern? Schnell fasst er den Entschluss etwas bleibendes, ruhmreiches als Autor, Fotograf, Maler oder vielleicht auch Diktator zu hinterlassen.

    Spätestens mit seinem 2025 erschienen Roman „Lázár“ ist Nelio Biedermann in aller Munde und dies wird auch ausschlaggebend für den Rowohlt Verlag gewesen sein, Biedermanns tatsächliches Debüt – viele halten „Lázár“ für seinen ersten Roman – neu als Taschenbuchausgabe aufzulegen, nachdem er 2023 im kleinen Schweizer Arisverlag sein Debüt feierte.

    Wer „Lázár“ gelesen hat, wird seine Freude auch an „Anton wird bleiben“ haben. Nicht etwa, weil beide Romane die gleiche Wucht und Qualität hätten, sondern weil sich in „Anton will bleiben“ die literarische Qualität eines jungen Autors erstmal andeutet, es gibt zahlreiche gelungene und poetische Sequenzen. Aber ebenso fehlt dem Buch eine gewisse sprachliche wie inhaltliche Tiefe, was wir einem jungen Autor bei diesem Thema aber auch durchaus verzeihen können.